Wie kann Schule demokratische Werte in einer religiös vielfältigen Gesellschaft vermitteln? Der Vortrag stellt interreligiöse Demokratiebildung als pädagogischen Ansatz an Schulen vor, der religiöse Vielfalt als Ressource für demokratisches Lernen nutzt und Dialog-, Urteils- sowie Partizipationskompetenzen fördert. Dieser praxisorientierte Zugang wird durch eine religionswissenschaftliche Einordnung des Verhältnisses von Religion und Politik ergänzt – historisch wie aktuell. Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten und lädt zum Ausprobieren, Nachdenken, Mitdiskutieren und Perspektivwechsel ein. Dr. Sabine Exner-Krikorian hat Religions- und Kulturwissenschaft an der LMU München sowie an der Rothberg International School der Hebrew University Jerusalem studiert. Nach Ihrer Tätigkeit als Projektmanagerin im Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München, arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der LMU München. Seit 2018 ist sie bei der Eugen-Biser-Stiftung tätig und leitet dort den Programmbereich Interreligiöse Demokratiebildung. Der Kurs ist ein Angebot des VHS-Projekts "Politik Online"; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil von Alltag, Arbeitswelt und Schule. KI kann uns bei komplexen Aufgaben unterstützen, von Routinetätigkeiten entlasten und Lernprozesse gezielt begleiten. Gleichzeitig birgt eine Überdelegation kognitiver Aufgaben an KI das Risiko, dass wesentliche Kompetenzen verloren gehen oder gar nicht erst erworben werden. Der Vortrag zeigt auf, wie KI-Systeme und deren Nutzung gestaltet werden können, um Kompetenzverlust entgegenzuwirken. Ute Schmid ist Mitglied im Direktorium und im Geschäftsleitenden Ausschuss des bidt. Sie ist Professorin für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg und lehrt und forscht seit vielen Jahren im Bereich Künstliche Intelligenz mit Fokus auf menschenähnliches maschinelles Lernen und Methoden für interaktives und erklärendes Lernen. Ute Schmid ist Mitglied im Bayerischen KI-Rat und EurAI Fellow. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) statt. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und wie unterschiedliche Gruppen auf sozialen Wandel reagieren. Es soll gezeigt werden, dass ein Teil unserer gegenwärtigen Konflikte mit der starken Dynamisierung der Gesellschaft zu tun haben. Es wird auch diskutiert, wie sich Kontinuitätsbedürfnisse und Veränderungsanforderungen miteinander kombinieren lassen. Steffen Mau ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Bücher Ungleich Vereint. Warum der Osten anders bleibt (2024) sowie die gemeinsam mit Thomas Lux und Linus Westheuser verfasste Studie Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft (2023) standen monatelang auf der Sachbuch-Bestenliste und auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Für Ungleich Vereint erhielt er außerdem den Bayrischen Buchpreis 2024 und stand auf der Shortlist für den Sachbuchpreis des Norddeutschen Rundfunks. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Wir machen uns auf eine Rundreise durch die Eurolinguistik, jene Wissenschaft, die nach den Gemeinsamkeiten unter den Sprachen Europas sucht. Wir durchstreifen die Gebiete Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Schreibung und Kommunikationsgepflogenheiten. Wie drückt sich die europäische Sichtweise im Wortschatz aus? Aus welchen Sprachen haben die Europäer gerne Wörter übernommen? Welche typischen Grammatik-, Aussprache- und Schreibkonventionen gibt es? Welche Gepflogenheiten gibt es beim Austausch miteinander? Und: auf welche Kuriositäten stoßen wir? Joachim Grzega ist einer der führenden Eurolinguisten. Er leitet an der VHS Donauwörth den Projektbereich “Innovative Europäische Sprachlehre (InES)” und lehrt an der Universität Eichstätt. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Die Biologie definiert die Zelle als kleinste Einheit des Lebens. Aber selbst die einfachsten Zellen auf der Erde sind unglaublich komplex, so dass es praktisch unmöglich ist, sie in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Auch haben wir noch immer keine Kenntnis davon, wie die erste Zelle überhaupt entstanden sein könnte. Aus diesem Grund versuchen wir, wesentliche Prozesse des Lebens aus einfachen biologischen Bausteinen nachzubilden, um eine Vorstellung von den physikalischen und chemischen Bedingungen zu bekommen, die notwendig sind, damit aus einem chemischen System ein biologisches System wird. Dazu verwenden wir den Ansatz der Synthetischen Biologie, der zelluläre Systeme in einzelne Funktionsmodule zerlegt, die unabhängig voneinander untersucht werden können. Von besonderem Interesse für uns ist die Funktion der Zellteilung. Derzeit wird versucht, ein möglichst einfaches molekulares System aufzubauen, das in der Lage ist, sogenannte Membranvesikel, die einfachsten Modelle von Zellhüllen, autonom in zwei Tochterzellen zu teilen. Zu diesem Zweck verwenden wir einige Proteinsysteme aus E. coli-Bakterien. Petra Schwille studierte Physik und Philosophie und promovierte 1996 an der TU Braunschweig mit einer Dissertation am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, bei Nobelpreisträger Manfred Eigen. Im Jahr 2002 nahm sie einen Ruf auf eine Professur für Biophysik am neu gegründeten BIOTEC-Zentrum der TU Dresden an. Seit 2012 ist sie Leiterin der Abteilung Zelluläre und Molekulare Biophysik am MPI für Biochemie und Honorarprofessorin für Physik an der LMU München. Sie ist u.a. Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – acatech. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst. Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Politik verändert sich rasant – neue Krisen, Konflikte und Debatten entstehen oft kurzfristig. Diese Veranstaltung setzt genau dort an: Sie orientiert sich an aktuellen Ereignissen und Brennpunkten. Oder sie zeigt Brennpunkte der Weltpolitik auf, die fast schon vergessen erscheinen, da sie nicht (mehr) in den Medien berichtet werden, aber nach wie vor hochbrisant sind. Das konkrete Thema wird wenige Wochen vor dem Termin entschieden. Mit diesem Vorgehen können wir flexibel auf neue Entwicklungen reagieren, sie einordnen, analysieren und diskutieren. Der Politikwissenschaftler und Historiker Dr. Jochen Zellner ist Stellvertretender Leiter der Europäischen Akademie Bayern e. V. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen u. a. der Nahe und Mittlere Osten, die Staaten und Systeme in Afrika, die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sowie Extremismus und Populismus in Europa. Der Kurs ist ein Angebot des VHS-Projekts "Politik Online"; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
War das Leben in der Antike gemütlicher oder gab es damals schon ähnlich viel Stress wie heute? In Judentum wie Christentum gab es Gruppen, die ein schreckliches Ende aller Weltzeit erwarteten. Wie verbreitet waren solche apokalyptischen Zukunftsszenarien? Wie ging man im Alltag mit den konkurrierenden Zeitrechnungen um, beispielsweise religiös motivierten Zeitrechnungen und politischen Chronologien nach Kaisern oder Konsulen? Wie erfuhren Menschen ganz praktisch, was die Stunde geschlagen hatte und was hatte das alles mit Religion zu tun? Antworten auf alle diese Fragen finden sich in einem größeren Buch, an dem Christoph Markschies arbeitet und dessen Inhalte er kurz gefasst vorstellt. Christoph Markschies ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er wurde u. a. mit dem Hanns-Lilje-Preis der Göttinger Akademie und dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und gehört dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste an. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden, so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können. Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben. Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt. Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Die Vereinten Nationen (UN) wurden vor über 80 Jahren mit dem Ziel gegründet, den Weltfrieden zu sichern. Angesichts der Kriege im Sudan, in Gaza und im Iran eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Trotz des großen Bedarfs rutschen die UN immer tiefer in die allgemeine Krise der Welt(un)ordnung hinein und erscheinen geradezu machtlos, ihr Mandat zu erfüllen. In diesem Vortrag werden die Mechanismen der Vereinten Nationen zur Friedenssicherung und zum Konfliktmanagement besprochen: Welche gibt es, welche wurden bisher genutzt und welche könnten in Zukunft möglich sein? Welche Zukunft hat die UN zwischen Großmachtkonkurrenz, Reformbestrebungen und finanzieller Krise? Diese und weitere Fragen werden erläutert und diskutiert. Myriel Julie Mathez ist Doktorandin am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) in der Forschungsgruppe zur Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Vereinten Nationen. Davor war sie beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Genf tätig und hat ihren Master in internationalen Organisationen und Konfliktmanagement an der Friedrich-Schiller-Universität Jena absolviert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Reformbestrebungen innerhalb der Vereinten Nationen sowie Katastrophen und Konflikte. Der Kurs ist ein Angebot des VHS-Projekts "Politik Online"; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Die Astronomie gehört zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil wir mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewinnen. Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen großen Reiz ausüben. Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen und tritt den Beweis an: Die Schönheit der Bilder wird noch tiefer empfunden, wenn man sie mit etwas mehr wissenschaftlichem Hintergrundwissen betrachtet. Andreas Müller ist Astrophysiker und Chefredakteur von „Sterne und Weltraum“. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Im ersten Teil wird die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung, das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen, vor ihrem historischen Hintergrund und in ihrem heute maßgeblichen systematischen Zusammenhang entfaltet. Im zweiten Teil werden die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts der Friedenssicherung und dessen denkbare Zukunftsperspektiven in den Blick genommen. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Diskussion. Claus Kreß ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität zu Köln. 2019 wurde er zum Richter ad hoc am Internationalen Gerichtshof in Den Haag ernannt. Seit 2021 ist er Sonderberater des Anklägers des Internationalen Strafgerichtshofs zum Verbrechen der Aggression. Er ist Mitglied der Leopoldina und Life Member des Clare Hall College der Universität Cambridge. Der Kurs ist ein Angebot von vhs.wissen; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.
Zu wenig Fachkräfte, zu geringe Basiskompetenzen und immer noch ist in Deutschland die Bildungsbenachteiligung aufgrund der Herkunft der Schüler/innen hoch. Doch es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die gemeinsame Arbeit an einem neuen Schulsystem: Dort engagieren sich Schulleitungen, Lehrkräfte und Eltern. Schüler/innen erfinden Apps, die die Umwelt schonen. Sie arbeiten an Gesundheitsthemen, setzen sich erfolgreich gegen Mobbing oder Rassismus ein. Um die Bildungsbenachteiligung zu reduzieren, haben Bund und Länder das Startchancen-Programm aufgesetzt: Es ist das größte Bildungsprogramm in Deutschland und zielt u.a. darauf, die Anzahl der Schüler/innen ohne Schulabschluss innerhalb von zehn Jahren zu halbieren. Der Vortrag lädt ein, sich über innovative Ansätze im Bildungssystem zu informieren und zu diskutieren. Dr. Daniela Jäger-Biela arbeitet am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) zu Governance-Strukturen in den Bundesländern im Rahmen der Evaluation des Startchancen-Programms der Bund-Länder-Initiative. Sie forscht unter anderem zu Data Literacy, digitalen Kompetenzen, Lehrer/innenbildung und Migration. Der Kurs ist ein Angebot des VHS-Projekts "Politik Online"; der Link zum Vortrag wird Ihnen spätestens 48 Stunden vorher zugeschickt.