Kursleitungungen
Tischler, StD a.D. Gregor
Für Sigmund Freud waren sämtliche religiösen Vorstellungen lediglich Illusionen, was zwar nicht gleichbedeutend mit Irrtümern sei; doch lägen bei allen Illusionen eben nur Wunschvorstellungen im Hintergrund. Diese These Freuds darf man von religiöser Seite nicht einfach als „böswillige Unterstellung" abtun – man muss sie ernstnehmen. Steht nicht tatsächlich hinter vielen religiösen Vorstellungen vor allem Wunschdenken? Diese Frage gilt es kritisch zu untersuchen. Stehen hinter dem christlichen Glaubensbekenntnis reine Illusionen? War das Konzil von Nizäa im Jahr 325, auf dem das Verhältnis von Gottheit und Menschheit in Christus dogmatisch formuliert wurde, von bloßem Wunschdenken bestimmt? Und wie sieht es wohl im 19. Jahrhundert aus, als die katholische Kirche 1870 die Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensfragen zum Dogma erklärte? Um diese Problematik und weitere Herausforderungen des Glaubens, z.B. in der Religionskritik von Karl Marx und Friedrich Nietzsche, aber auch um aktuelle Entwicklungen in den christlichen Konfessionen soll es in diesem Semester gehen. Es sind lebhafte Diskussionen erwünscht. Auch neue Interessenten sind herzlich willkommen.