Ein Traum wird Wirklichkeit

ao 24. Juni 2012

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Was lange währt, wird endlich gut, heißt es im Volksmund. Und es dauerte tatsächlich Jahrzehnte, bis sich der Traum unserer Volkshochschule erfüllte, auch eigene vier Wände zu besitzen. Wirklich konkret wurde das Thema ab 2002, als der Stadtrat entsprechende Beschlüsse für einen Neubau im Spindeltal fasste. Umplanungen, europäische Finanzmittel und archäologische Ausgrabungen, die wichtige Erkenntnisse für die Donauwörther Stadthistorie zu Tage förderten, führten zu Verzögerungen in der Bauphase.  => zur Bildergalerie




„I have a dream“ („Ich habe einen Traum) lautet der Titel einer berühmten Rede von Martin Luther King († 1968). Einen Traum hatte auch Konrad Böswald, der seit 1975 die Volkshochschule Donauwörth als Geschäftsführer und Vorsitzender maßgeblich geprägt hat. Die Vision nämlich, dass die Erwachsenenbildungseinrichtung, wie andere Schulen auch, in einem eigenen Gebäude den Menschen lebenslanges Lernen ermöglicht. Mehr als dreieinhalb Jahrzehnte dauerte es, bis daraus Realität geworden ist. Das von der Großen Kreisstadt für rund fünf Millionen Euro gebaute „Forum für Bildung und Energie“ (FBE) wird am Freitag, 29. Juni, offiziell eröffnet.

Von einem Büroraum in der Hindenburgstraße 3 startete 1975 die „Bildungs-Offensive“ der VHS. Diese war einst zehn Tage nach der Währungsreform, am 30. Juni 1948, im Sitzungssaal des Donauwörther Rathauses gegründet worden – als gemeinnütziger Verein. Eine volle Trägerschaft konnte damals die im Zweiten Weltkrieg so stark zerstörte Stadt aus finanziellen Gründen nicht übernehmen.

Aber schon in den 1950er Jahren war man auf der Suche nach einem geeigneten Vortragssaal und dann ganz verstärkt nach Tageskursräumen. Doch es dauerte bis 1984, ehe die Volkshochschule von der Stadt im dritten Stock des Stadtkommandantenhauses in der Reichsstraße leer stehende Räume eines ehemaligen Internats für Hauswirtschaftsschülerinnen erhielt. Nach Umbaumaßnahmen entstanden dort fünf kleinere Kurs- und drei Büroräume.

Die VHS Donauwörth entwickelte sich zu einer der größten schwäbischen Volkshochschulen mit einmaligem berufsbegleitenden Bildungsangebot, erfüllte ihren in der bayerischen Verfassung verankerten Auftrag. Bei der Feier des 40. Geburtstages der Einrichtung im Juli 1988 gab der damalige Rathauschef und Kuratoriumsvorsitzende Dr. Alfred Böswald eine wichtige Zusage: Sobald ein neues Krankenhaus gebaut sei, plädiere er dafür, dass die Volkshochschule im dann frei werdenden Gebäude in der Jennisgasse (heute BRK-Zentrum) Kursräume erhalte.

Wie die Geschichte aber zeigt, wurde aus der Ankündigung letztlich nichts. Nicht über Gedankenspiele hinaus kamen auch um das Jahr 2000 die Vorschläge, das ehemalige Gesundheitsamt (inzwischen Domizil der Verkehrspolizei) zu einem Volkshochschulgebäude umzubauen beziehungsweise das ehemalige BRK-Heim in Berg oder das Postgebäude beim Bahnhof dafür zu nutzen.

Oberbürgermeister Armin Neudert, der das VHS-Gebäude als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet, nahm sich ab 2002 der Suche an. Der Grundsatzbeschluss im Stadtrat für den Bau im Spindeltal wurde bereits am 25. Juli jenen Jahres gefasst und war einmütig. Der Planung durch das Münchner Architektenbüro Mann wurde im Stadtplanungsausschuss am 13. Oktober 2003 zugestimmt. Allerdings erst als sich im Sommer 2007 die Möglichkeit ergab, eine europäische Förderung nach EFRE-Mitteln zu erhalten, kam Bewegung in das Projekt, das ja im Rahmen des Gesamtpaketes „Sanierungsgebiet Spindeltal“ realisiert wird. Am 31. Oktober 2008 war es dann soweit: Der erste Spatenstich für das künftige FBE/VHS-Haus erfolgte.

VHS-Vorsitzender Konrad Böswald bezeichnete diesen Akt als einen „denkwürdigen historischen Augenblick, einen Meilenstein für die Stadtentwicklung“. Denn die Volkshochschule sei „ein Standortfaktor ersten Ranges, ein integrierender Lebensmittelpunkt“. Sie werde nun „ein gleichberechtigter Partner in der Bildungslandschaft …“ Und der damalige amtierende Kuratoriumsvorsitzende, Landrat Stefan Rößle, würdigte die Donauwörther Zeitung und deren Redaktionsleiter Paul Soldner als „Hauptverbündeten bei der Suche (Böswalds) nach Räumen“.

Bedeutende archäologische Funde sorgten für Umplanungen, finanziellen Mehraufwand und für Bauverzögerungen, weshalb die zunächst angedachte Fertigstellung – bis Sommer 2010 – immer unrealistischer wurde.

Integriert ins Gebäude und somit weiterhin sichtbar sind der ehemalige Staufische Eckturm, Teile der einstigen Stadtmauer und auch ein Felsbrocken, der beim Meteroritenschlag im Ries bis hierher geschleudert wurde. In Vitrinen im Keller werden künftig historische Fundstücke der Grabungskampange ausgestellt, der einstige romanische Taufstein hat schon seinen Platz im Foyer gefunden. Mittels einer Infotafel wird die Geschichte der Mangoldsburg und des Areals erläutert.


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