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Archäologie: 3. Neue Kräfte: Germanen siedeln vor der Grenze



Seit der Mitte des 3. Jh. waren germanische Völker in mehreren Wellen aus dem Norden tief in die Provinzen eingedrungen. Meist zogen sich bald wieder zurück, andere aber wurden von der römischen Verwaltung nicht nur toleriert, sondern zum Schutz des Grenzvorfelds angesiedelt, um ihre „Brudervölker“ von erneuten Übergriffen abzuhalten. Später wurden sie auf römischen Reichsterritorium angesiedelt, um die verwaisten Gutshöfe zu bewirtschaften. Da die römische Armee seit geraumer Zeit unterbesetzt war, warb die römische Militärverwaltung Stammesfürsten als Söldner an. Ihre Niederlassungen waren kleine Einzelhöfe am Rand der verlassenen Kastelle und Dörfer oder in den Mauern ehemaliger Villae rusticae; allerdings ließen die neuen Bewohner die Steinbauten verfallen. Ziegeldächer oder Unterfußbodenheizungen blieben ihnen fremd. Ausgrabungen im Ries haben solche Siedlungen bei Baldingen oder Großsorheim freigelegt; Grabfunde von Oettingen, Möttingen oder Tapfheim zeichnen ein Bild vom Aussehen dieser neuen „Grenzlandkultur“. Übrigens waren es jene Germanen vom Stamm der Raetovarier, die den Provinznamen Raetia ins Mittelalter transportierten - das Ries. Das Mädchen auf dem großen römischen Gräberfeld an der Ulmer Straße in Günzburg lebte in den letzten Jahren des Imperiums am Ende des 5. Jahrhunderts, als germanische Könige das Imperium und Herzöge das Land übernahmen.

Prof. Dr. Wolfgang Czysz Kursleitung


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