Volkshochschule feierte ihren Siebzigsten

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Der Kuratoriumsvorsitzende OB Armin Neudert brachte es auf den Nenner: „Die Volkshochschule steht für Wandel und Beständigkeit, für erfolgreich und abwechslungsreich.“ Sie sei eine „Laborzelle der Demokratie“, die alle Menschen einbinde. Deshalb sein klares Bekenntnis: „Wir stehen voll und ganz zu unserer Vhs und deren Idee.“ Die Erwachsenenbildungseinrichtung sei ein „Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge“. So wie der Donauwörther Oberbürgermeister würdigten auch MdL Wolfgang Fackler und Prof. Dr. Klaus Meisel, Management-Direktor der Münchner Volkshochschule und Landesvorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbandes, die Arbeit und das Tun der Vhs Donauwörth. Diese feierte bei einer Jubiläums-Veranstaltung im Mangoldsaal des FBE/VHS-Hauses ihr 70-jähriges Bestehen. Als besonderes Schmankerl entpuppte sich das Duo Prof. Dr. Joachim Grzega/Dr. Bea Klüsener, das mit Witz, Charme, Parodien und Musik die Feier moderierte – und viel Applaus dafür erntete.

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Erster Vorsitzender Paul Soldner blickte in den Anfangsjahre zurück und zeichnete in groben Strichen die Entwicklung nach: „Unsere Vhs ist, lebensaltersgemäß betrachtet, nun in die Jahre gekommen. Sie ist aber immer jung geblieben, innovativ und dem Neuen aufgeschlossen“. Sie habe sich –insbesondere unter ihren „Chefs“ Konrad Böswald bzw. jetzt Gudrun Reißer – den jeweils aktuellen Herausforderungen und Themen offensiv gestellt, hat neben ihren Seminaren und Kursen zur beruflichen Weiterbildung und Gesundheitsvorsorge gerade auch mit einem breiten kulturellen Angebot und politischer Bildung Brücken geschlagen. Soldner wörtlich: „Insbesondere hat sie die Menschen aller sozialer Schichten und Bildungsniveaus mit auf die Reise genommen.“ Es freue die Vhs-Verantwortlichen, „dass wir mit unseren Angeboten immer wieder Zuspruch seitens der Teilnehmer/innen an unseren Kursen oder verschiedensten Bildungsfahrten erfahren dürfen. Auch für Zuwanderer sind wir mittlerweile erste Adresse.“ Gleiches gelte als Netzwerkpartner für heimische Organisationen.

Lob und Dank sagte Soldner den freiberuflichen Dozenten/innen. Sie leisteten einen effektiven Beitrag, um die Forderung vom „lebenslange Lernen“ wahr werden zu lassen und sorgten auch durch ihre fachliche, methodische wie soziale Kompetenz mit dafür, dass Volkshochschulen ein „Ort des Miteinanders“ bleiben – trotz aller Digitalisierung. Gleichwohl werde man mit diesem Tun nicht reich. Man würde lediglich, Soldner zitierte hier eine Aussage von Prof. Meisel, „nur reich an pädagogischer Erfahrung und Menschenkenntnis“.

In seiner Rede anerkannte Kuratoriumsvorsitzender OB Neudert die engagierte Arbeit von Konrad Böswald und – seit 2011/12 – die von Gudrun Reißer und Paul Soldner. Die Volkshochschule sei für ihn ein „Seismograph für gesellschaftliche Stimmungen“. Die Teilnahme an regelmäßiger Weiterbildung sei ein Prozess, der sowohl beruflich wie privat bereichere. Die Volkshochschule, da sei er sich sicher, werde auch weiterhin ein „Zentrum für Neugierde und Offenheit sein“.

Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler erinnerte an eine Aussage des Physikers Isaac Newton (1643-1727), die da lautet: “Was wir wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen ist ein Ozean“. Die Volkshochschule tue mit ihrem Programm – „die Vielfalt des Angebots ist unglaublich – alles, dass dieser Ozean des Nichtwissen stetig kleiner werde. Für ihn, Fackler, handle es sich daher um eine Erfolgsgeschichte, die da geschrieben worden sei. Damit einhergehend würdigte er auch die „hohe Motivation und Leidenschaft“ der Vhs-Führung. Er danke ebenso den Kommunen, die dies Tun unterstützten und förderten. Weil er von der Bedeutung der Erwachsenenbildungseinrichtungen überzeugt sei, kämpfe er in München, im Landtag, unermüdlich für eine stärkere finanzielle Förderung.

bvv-Landes-Vorsitzender Prof. Klaus Meisel verpackte seine ernsten Worte überaus charmant, sie waren aber damit nicht weniger unmissverständlich. So sei es einfach nur ärgerlich, wenn man sich das Image der Volkshochschulen bei manchen Zeitgenossen anschaue, „obwohl wir bei Befragungen eine sehr, sehr gute Zwei erhalten“. Mit den Bildungsangeboten „sprechen wir die Mehrheit unserer Bevölkerung an – und unsere Kursteilnehmer sind hochzufrieden.“ Volkshochschulen seien, so Meisel weiter, die „größte Sprachenschule der Republik“; sie stünden für integriertes Lernen, leisteten einen enorm wichtigen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitsbereich und haben einen starken Beitrag bei der Schulung im Zusammenhang mit der IT-Entwicklung erbracht.

Man müsse heute leider feststellen, dass der Wertekonsens so löcherig sei wie die Ozonschicht. Die Herausforderungen werden daher nicht kleiner, betonte der bvv-Landesvorsitzende. Er mache sich auch Sorgen um die Demokratie; die Verrohung der Sprache sei für ihn ein Signal: „Wir müssen mehr für die politische Bildung tun.“ Die Grundbildung zeichne sich inzwischen durch unübersehbare Probleme aus. Die Bildungsangebote seien ebenso welche gegen die Vereinsamung älterer Mitmenschen. Die Integration sei keine einfache Sache und als Einzelner allein Online lernen sei unglaublich anstrengend. Meisel: „Wir werden und müssen daher die Kultur der Präsenz vor Ort erhalten und stärken.“ Die Volkshochschulen böten den sozialen Kit für unser Gemeinwesen – und das bei geringen öffentlichen Investitionen.

Man freue sich zwar über jede emotionale Zuwendung, führte Prof. Meisel weiter aus, „aber es gibt noch Entwicklungspotential“. Die öffentliche Unterstützung liege nämlich gerade im Promillebereich es gesamten Bildungsetats. Prof. Meisel wählte dafür einen Vergleich: „Wenn Sie mit der Menge Alkohol im Straßenverkehr angehalten werden, werden Sie durchgewunken.“

Volkshochschularbeit bleibe seiner Meinung nach dauerhaft ein Zuwendungsbereich – und gleichzeitig müssten die Verantwortlichen mit einem hohen Maß an „Panikresistenz und Frustrationstoleranz“ ausgestattet sein.

Vorsitzender Soldner hatte eingangs gesagt, man habe sich zu dieser Jubiläumsfeier Gäste eingeladen. Prof. Grzega stellte diese dann singend und parodierend dar: Dean Martin, Michael Jackson, Johannes Heesters, Marilyn Monroe („Happy Birthday Mr. President“) und Alt-Bundeskanzler Helmut Schmdt („in einer Vhs soll es um Bildung gehen und nicht um Reißer-isches“). Seine Darbietungen und Chansons zusammen mit Partnerin Bea Klüsener dienten aber genauso dazu, sich mehr Gedanken über die Bedeutung von Sprache zu machen – etwa bei der Definition von Armut oder Frieden.

Gäste waren natürlich reichlich in Persona vorhanden: die Mitglieder des Kuratoriums mit Landrat Stefan Rößle an die Spitze, die drei Ehrenmitglieder, die Außenstellenleiter/innen sowie die Repräsentanten einiger schwäbischer Volkshochschulen und Bildungswerke: Peter Schiele (Nördlingen), Christa Steinhart (Augsburg Land), Petra Demmel (Günzburg), Petra Raab (Oettingen), Doris Thürheimer (Harburg)und Walburga Mehl (Kath. Bildungswerk Donau-Ries). Gekommen waren die Bürgermeister Gerhard Martin (Rain), Dr. Martin Drexler (Wemding), Günther Pfefferer (Monheim) und Hubert Eberle (Oberdorf) sowie Dr. Johannes Strasser und Hans Eichhorn, die vor 40 Jahren als damalige Bürgermeister die Außenstellen in Tapfheim und Asbach-Bäumenheim gegründet hatten. Dank sagte der Vorsitzende Bürgermeister Jörg Fischer, Dritten Bürgermeister Josef Reichensberger und Kulturreferentin Barbara Kandler (alle Donauwörth) für deren Unterstützung.

Bei einem Stehempfang mit Imbiss gab es dann reichlich Gelegenheit zu bi- wie multilateralen Gesprächen: Dozenten, Politiker, Vhs-Mitarbeiter, Vertreter lokaler Schulen, Behörden, Vereinen, Verbänden und Institutionen sowie Banken und Sparkassen. „Es war eine tolle Veranstaltung“ – war mehr als nur einmal zu hören …

Die Bilder machten Gerhard und Angelika Stitz.

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